Heute war Backtag. Ursprünglich wollten wir ja zu Ehren des baldigen Schweden-Urlaubs etwas typisch Schwedisches futtern, letzendlich sind wir dann allerdings auf Finnland umgestiegen und haben “karelische Piroggen” gemacht – wobei ich mich immer frage, warum man das überhaupt übersetzt: Schließlich kannte bis jetzt kein Mensch, den ich gefragt hab das deutsche Wort “Piroggen” – geschweige denn konnte er sich etwas darunter vorstellen…. Also bleibt einem trotz vorhandener Übersetzung des Gerichtes nicht viel übrig als zu versuchen zu beschreiben aus was es besteht und wie es aussieht. Besonders viele Zutaten braucht man nicht, da wären nur Roggen- und Weizenmehl, Wasser und Salz (für den Teig) sowie Milchreis, Milch und ein Ei für die Füllung – und meistens weiss nach diesen Angaben trotzdem noch niemand was das eigentlich soll
(so Kommentare wie “iiih salziger Milchreis” sind da nicht selten) Aber glücklicherweise war die Neugier meiner Freundin dann doch so groß, dass ich es probieren durfte. In Finnland geht das natürlich superschnell – man macht sich auf den Weg zum nächsten K- oder S-Market und kauft sich ganz einfafch eine Packung Tiefkühl-Piirakka, schiebt diese in den Ofen (optional muss man noch den Rauchmelder des Wohnheims ausschalten, wenn der sich wie meiner bei einer Temperatur von 200 Grad lautstark meldet und den ganzen Gang weckt…) und kann sie anschließend gleich genießen. Also eine Sache von ca. 20 bis 30 Minuten, wenn man den Einkauf mitzählt. Selbergemacht dauert das schätzungsweise viermal so lang, weil allein der Milchreis 1 Stunde kochen muss – und danach ist noch die ganze Arbeit mit dem “zusammenbauen” dran. Wir haben uns davon aber nicht entmutigen lassen und haben für diese Zeit die Küche der Nachbar-WG belagert – unsere eigene empfiehlt sich für solche Abenteuer mangels einiger wichtiger Küchengeräte sowie der nötigen grundlegenden Hygiene nicht so gut. In Finnland gibt es eigens für Piroggen spezielle Nudelhölzer zum Ausrollen ein normales tut es aber auch, sogar wenn es beim Ausrollen auseinanderfällt
Auf jeden Fall hatten wir jede Menge Spaß und hinterher was Leckeres zu futtern, dazu gab es noch munavoi (”Eierbutter”). Sehr sehr lecker und natürlich weckt das auch wieder das alte Finnlandfeeling und soooo viele viele Erinnerungen, an lustige Videoabende und mit Käse überbackene Piroggen (nicht zu vergessen auch Feuermelder und erboste Mitbewohner).
Allerdings hat die ganze Aktion mein Fernweh wieder verschlimmert und ich kann es kaum erwarten im August endlich wieder in mein Traumland zu fliegen. Ich kanns kaum fassen, dass ich wieder (fast) ein ganzen Jahr dort sein darf und nicht nur für ein paar Wochen Ferien
Noch 5 Monate und es ist soweit !!!
