November 25, 2008 von pyykkipoika
was macht ein finnischer Busfahrer in Turku, wenn er auf dem „Heimweg“ noch schnell Hunger bekommt? Genau – was liegt näher, als in der Imbissbude neben der Haltestelle auf dem Weg zum Kauppatori anzurufen, ein Döner zu bestellen und diesen dann auf dem Weg schnell abzuholen? Bus hält an, Fahrer springt raus, wir beobachten Fahrer im Dönerladen und schon kommt er zurück mit seinem Abendessen…
Während der Fahrt gegessen hat er ihn glücklicherweise nicht, auch wenn das eine mögliche Erklärung für den Fahrstil der Turkuer Busfahrer wäre. Ein kleines bisschen Mitleid haben sie aber doch verdient, wenn sie bei Schnee und Eis mehr an ihren Haltestellen vorbeirutschen als dort anzuhalten, denn trotz der Wetterbedingungen bekommen sie keine Spikes…
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November 17, 2008 von pyykkipoika
was ich hier letztens über die momentane Situation in unserer WG Dusche geschrieben habe, hat mich doch veranlasst auf Internetrecherche zu gehen. Nach ein paar erfolglosen Suchen (Seifenlexikon – aber selbst dort gab es diese Sorte nicht) fand ich nach dem Tipp einer Freundin, was ich suchte. Wir hatten nämlich im Supermarkt vor ca. zwei Monaten ein Shampoo entdeckt, das ganz furchtbar roch – eben genauso wie diese Seife. Irgendwie hatte ich das aber wohl erfolgreich verdrängt. Mir ist unklar, wie man sich so etwas in die Haare schäumen kann. Beim Supermarktbummel gestern habe ich das Shampoo wiedergefunden und mir den Namen gemerkt: TERVA SHAMPOO . Zuhause in meinem Lieblingswörterbuch nach der Bedeutung von Terva geschaut: Teer. Ahhhja. Teerseife also hängt in unserer Dusche. Laut Wikipedia aus Nadelholzteer hergestellt, welches durch trockene Destillation von irgendwelchen Nadelhölzern gewonnen wird. Kein Wunder also, dass das stinkt. Anscheinend soll so etwas gut gegen Hautunreinheiten sein, weil es antiseptisch wirkt – in diversen Hautgesundheits- oder Nassrasurforen (ja, sowas gibt es) wurde aber sehr vernichtend darüber geurteilt – wegen dem Gestank.
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November 13, 2008 von pyykkipoika
In unserer Dusche riecht es wie in einer Räucherkammer: am Duschkopf baumelt eine herzförmige Seife (zumindest kommt es vom Aussehen einer Seife sehr nahe), die den starken Geruch von geräuchertem Speck veströmt. So schnell habe ich noch nie geduscht, ehrlich. WAS verdammt ist das ??? – und was sucht es in unserer Dusche, in der normalerweise die Gerüche von Fruchtkaugummi, Kokos und Vanille (a.k.a. die enorme Duschgelsammlung meines Roommates) dominieren? Nun haben wir eine eigene Räucherkammer und ich HOFFE, dass das Ding mit dem Besuch wieder verschwindet und nie wieder gesehen wird.
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November 13, 2008 von pyykkipoika
…ist bei uns im Moment – im wahrsten Sinne des Wortes: meine Mitbewohnerin hat Besuch. Zusammen nehmen die beiden 4 mal den Platz ein, den ich brauche – unsre Küche hat vielleicht Platz für 2 Personen meines Umfangs. Also werde ich meine Kochzeiten in den nächsten Tagen wohl gezwungenermaßen nach dem Tagesablauf der beiden richten.
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November 10, 2008 von pyykkipoika
so war das aber nicht gedacht, eigentlich sollte ich die Cyanobakterien ärgern… mit Heatshocks, Highlight, diversen pHs und anderen mittelchen – und was passiert? Die dreisten Cyanos weigern sich die erwünschte optische Dichte einzunehmen. Besten Dank.
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November 9, 2008 von pyykkipoika
…endlich endlich, nachdem ich es ja schon seit fast 4 Jahren einmal ausprobieren wollte, habe ich gestern meinen ersten Versuch mit den finnischen Blechpfannkuchen gestartet. Praktisch sind sie auf jeden Fall, weil keiner in der Küche stehn und jeden einzelnen Pfannekuchen braten muss… Nein, die praktischen Finnen machen das anders: man mischt alles zusammen und gießt die Soße dann auf ein Backblech. Dann kann man gemütlich warten bis nach einer halben Stunde Pfannkuchen fertig ist. Ich war ja zuerst ein wenig skeptisch diesen sehr flüssigen teig einfach auf das Blech zu gießen, aber ganz am End ehatte ich doch ein sehr schönen Blechpfannkuchen – obwohl ich zwischendurch einschreiten musste und Luftblasen, die so groß wurden, dass sie fast oben an die Heizdinger kamen, zerstechen. Das Rezept hab ich irgendwo im Internet auf die Suchbegriffe „Resepti, Pannukakku“ hin gefunden, wobei das dem nicht des finnisch bemächtigten Normalverbraucher wohl wenig hilfreich sein wird
Deswegen eine kleine Übersetzung mit eigener Abwandlung:
- 700 – 800 ml Milch
- 3 oder 4 Eier
- 3-4 dl Mehl (das dürften so 200 bis 260 g sein)
- 0,5 dl Zucker (und das sind ca. 44 g)
- ein TL Backpulver und einen Vanillezucker
- Teelöffel Salz
- 50 g geschmolzene Butter
Als allerestes verrührt man Eier und Milch gut, gibt dann die trockenen Zutaten alle dazu und anschließend die geshcmolzene Butter. man sollte das dann ne halbe Stunde quellen lassen (ööhm, ich finde es war nach der halben Stunde noch genauso flüssig wie vorher) und da sganze auf ein mit gefettetem Backpapier ausgelegtes Backblech geben (möglichst tief, sonst wandert der Teig da nämlich darüber und verteilt sich im Ofen, was dann nicht so unbedingt praktisch ist). Es wird bei 200° C dann eine halbe bis dreiviertel Stunde gebacken. Achja und zwischendurch schauen und Luftblasen zerstechen
Das war übrigens mein erstes Rezept hier, ich dacht immer Rezepte bloggen wäre doof

pannukakku, nur noch nicht ganz fertig
Hyvää ruokahalua, wie der Finne sagt (oder auch nicht sagt – das scheint typisch deutsche Höflichkeit zu sein)
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November 8, 2008 von pyykkipoika
so langsam kann man hier in Turku die Zeichen des beginnenden Winters nicht mehr übersehen und schon gar nicht überhören: an den Zebrastreifen und Bordsteinen wurden vor einer Woche bereits überall die orangefarbenen Plastikmarkierungen gesteckt, in den Supermärkten gibt es Glögi in allen Variationen und natürlich Weihnachtssüßigkeiten, die Straße wird glatt und man wird an jedem Zebrastreifen und jeder Ampel unangenehm laut daran erinnert, dass in Finnland Spikes nicht verboten sind ( was auch seinen guten Sinn hat – an meinem Fahrrad wünschte ich mir momentan auch welche, damit die Fahrt zur Uni nicht vielleicht doch einmal in einer Rutschpartie durch Turkus Hügelland endet.)
Trotz dieser Wintervorboten plätschert es heute seit morgens früh fast den ganzen Tag durch, was hier in Turku nicht unbedingt ungewöhnlich ist, und es gibt fast nichts, was mich an so einem Tag nach draußen bewegen könnte. Nicht mal das Kino zu dem ich heute abend so halb verabredet war, schafft das, was aber auch an dem stolzen Eintrittspreis von 10 Euro liegen könnte. Deswegen verbringe ich mal wieder einen Samstag in unserem wunderbaren Apartment, wo mir im Wohnzimmer wenigstens die hübsche (???) Katzendekoration, die künstlichen Teelichter und die knallig türkisfarbene Delfinlampe meines Roommates Gesellschaft leisten. Dabei schaue ich gemütlich einen Film nach dem anderen und tröste mich mit Schokolade während ich das 5. Paar Socken fertigstricke…
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November 4, 2008 von pyykkipoika
fragte mich mein Roommate diesen morgen in der Küche, als sie mich mit einem Paket Puuro (die finnische Version von Porridge) hantieren sieht . Ich frage mich gelegentlich, ob ich so dumm aussehe, dass es für mich Schwierigkeiten darstellt Waschmaschinen, Staubsauger, Wasserkocher und jegliche andere Haushaltsgeräte zu bedienen, ob die gute vielleicht meint diese Geräte gäbe es in Deutschland noch nicht (wir waschen alles von Hand…) oder ob für sie selber das Erlernen des Umgangs mit diesen Techniken problematisch war. So durfte ich mir mindestens 30 Minuten Waschmaschinen Know How, 20 Minuten Staubsauger und sogar etwas über den Umgang mit Küchenmessern anhören -Vielleicht sollte ich ihr auch einfach einmal einen Vortrag halten – über ungespültes Geschirr, das sie eine Woche lang in der kleinen Küche stapelt, bis sie kein sauberes mehr hat und vielleicht dazu erwähnen, dass wenn man dann einmal spült, das nicht gerade um 12 Uhr nachts sein muss. Vielleicht auch darüber, dass man nicht zwingend jeden Tag mindestens 2 mal duschen muss (worin ihr mein anderer roommate in nichts nachsteht). Und nun geht es auf den Weg in den Finnischkurs, wo wir gerade schon ein klitzekleines bisschen über die Zubereitung von Puuro (Milch/Wasser kochen, reinschütten, umrühren) hinaus sind.
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Oktober 22, 2008 von pyykkipoika
…dass die Erlenmeyers Ellu, die Meßkolben (danke, für die Übersetzung, das deutsche Wort war mir entfallen) Mittapullo und die Zentrifugen fuuga heissen und es das verb „vorteksoida“ gibt (übrigens Verbtyp II), daran habe ich mich inzwischen gewöhnt – auch wenn das Wort Puskuri auftaucht bin ich nicht mehr ganz verwirrt und weiss was gemeint ist, aber dass bei den Finnen die Eppis (oder Epparit) im Gefrierschrank WOHNEN, das finde ich schon ein bisschen putzig 
aber man mag den guten dingern ja auch ihre Persönlichkeit lassen… wenn man denn mit jemand zusammen arbeitet, der deutsch spricht (finnisch-deutsch zugegebenermaßen) klingt es schon etwas befremdend, wenn man zu hören bekommt „Das BSA wohnt hier“ und dabei eine Schachtel im Gefrierfach gezeigt bekommt
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